
AUDIO: Buckelwal in Wismarbucht: Prognose ist nicht sehr gut (2 Min)
Stand: 29.03.2026 19:22 Uhr
Der in der Ostsee verirrte Buckelwal konnte sich in der Nacht zum Sonntag von der Sandbank vor der Insel Walfisch bei Wismar befreien und liegt jetzt in etwa zwei Meter tiefem Wasser. Sein Gesundheitszustand ist laut Experten vor Ort schlechter als am Sonnabend.
Das Wichtigste im Überblick:
19:22 Uhr
Liveticker wird am Montag fortgesetzt
Wir beenden an dieser Stelle den Liveticker zum Buckelwal in der Wismarer Bucht. Am Montagmorgen setzen wir unsere Berichterstattung fort.
17:51 Uhr
Buckelwal liegt ruhig in der Wismarer Bucht
Video:
Drohnenaufnahme: Buckelwal liegt in der Wismarer Bucht (1 Min)
17:19 Uhr
Große Anteilnahme am Schicksal des Buckelwals
Video:
Wismar: Große Anteilnahme am Schicksal des Buckelwals (1 Min)
“Wir hoffen, dass er es wieder schafft”, sagt eine Frau aus Schwerin, die am Sonntagnachmittag auf der Seebrücke in Wendorf versucht, einen Blick auf den Wal zu erhaschen. “Ich drücke dem Wal die Daumen, dass er es schafft”, sagt eine andere Schaulustige.
16:41 Uhr
Seebrücke in Wendorf voller Menschen

Die Seebrücke in Wendorf am Sonntagnachmittag.
Auf der Seebrücke im Wismarer Stadtteil Wendorf sind am Sonntagnachmittag zahlreiche Menschen unterwegs. Das zeigen Drohnenaufnahmen des NDR. Vermutlich wollen viele Einheimische als auch Touristen von dort aus einen Blick auf den Wal erhaschen. Das Tier liegt wenige Hundert Meter entfernt im Wasser.
16:11 Uhr
Keine Strandung, sondern “Leibaufsetzen”
Der Direktor des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund, Burkard Baschek, schätzte am Sonntag ein, dass der Wal aktuell in einer Wassertiefe liege, die etwa der in der Nacht zu Sonntag entspreche, als sich das Tier selbst befreit habe. Baschek beschrieb die jüngste Situation deshalb nicht als Strandung, sondern als “Leibaufsetzen” des Wals. Das etwa 12 bis 15 Meter lange Tier könne sich aktuell selbst befreien, unternehme aber keinen Versuch dazu. Trotz der offenbar angeschlagenen Gesundheit sei der Ernährungszustand des Wals noch gut, wie Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Tierärztlichen Hochschule Hannover sagte. Buckelwale könnten wochenlang ohne Nahrung auskommen.
15:56 Uhr
Abstand zum Wal halten
Naturschützer von Greenpeace und Einsatzkräfte der Wasserschutzpolizei sind mit Booten in der Wismarer Bucht unterwegs – in ausreichendem Abstand zu dem gestressten Wal.
Video:
Wal in Wismarer Bucht: Eindrücke vom Einsatzort (1 Min)
14:42 Uhr
Umweltminister Till Backhaus: Der Wal braucht Ruhe
Video:
Umweltminister Backhaus: Wir hoffen, dass der Wal jetzt Ruhe bekommt (6 Min)
14:10 Uhr
Einfluss der Leine im Maul weiter unklar
Video:
Stephanie Groß: Einfluss der Leine im Maul des Wals unklar (1 Min)
Nach wie vor hängt im Maulwinkel des Wals eine Leine. Nachdem Teile des Netzes, das um das Tier hing, schon vor Wochen in Wismar entfernt wurden, konnte bei der Strandung in Niendorf die Leine im Maul etwas gekürzt werden. Allerdings hatte sich das verbleibende Stück auf Zug nicht bewegt, so Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung. Ein Problem dabei sei, dass der Wal das Maul nicht weit genug geöffnet hatte. Ob die Leine noch festhängt, ließ sich so nicht ergründen.
13:47 Uhr
Einschläfern: “Das schließen wir aus”
Die Experten diskutierten, ob der erkrankte Wal eingeschläfert und so von seinem Leiden befreit werden könnte. Stefanie Groß vom ITAW in Hannover sagte dazu allerdings: “Es gibt keine verlässliche Methode, die das Tier schnell und schmerzlos erlöst.” Umweltminister Backhaus legte sich deshalb beim Thema Einschläfern fest: “Das schließen wir aus.” Wie Backhaus sagte, beschäftigen sich die Behörden bereits mit der Frage, ob und wie der Wal geborgen werden könnte, wenn er verendet ist. Die Worst-Case-Betrachtungen hätten längst stattgefunden, so Backhaus, ohne Details nennen zu wollen. “Wir hoffen immer noch, dass wir in die Situation nicht kommen.”
13:16 Uhr
Sinkender Wasserstand nicht förderlich für den Wal
Video:
Burkhard Baschek: “Aussichten sind insgesamt nicht gut” (2 Min)
Die Aussichten drohen sich für den Wal unterdessen zu verschlechtern. Burkhard Baschek vom Deutschen Meeresmuseum sagte, es werde damit gerechnet, dass der Wasserstand bis vier Uhr am Montagmorgen um etwa 40 Zentimeter sinkt. “Wenn der Wal nicht aus eigener Kraft in den nächsten Stunden freikommt, wird die Situation insgesamt für ihn erstmal schlechter, weil die Wassertiefe sich verändert an dem Ort.”
13:00 Uhr
Informationsketten funktionieren
Umweltminister Till Backhaus und der Ozeanograph Prof. Burkard Baschek haben hervorgehoben, dass die Informationsketten zwischen den zahlreichen beteiligten Organisationen und Behörden gut funktionieren. Man spiele im Hintergrund in den Abstimmungsrunden alle Eventualitäten durch, so Baschek. Dabei stehe die Gesundheit des Tieres im Fokus, nicht die Befreiung, denn das könne der Wal alleine, wie in der vergangenen Nacht, fügte Baschek an. Greenpeace-Mitarbeiter Thilo Maack fügte an: “Wir sind der Meinung, was der Wal hier aktuell braucht, ist Ruhe. Und diese Ruhe wollen wir ihm geben.”
12:34 Uhr
“Deutlich geschwächter Eindruck”
Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) konnte auf der Pressekonferenz am Mittag keine positiven Informationen zum Gesundheitszustand des Tieres mitteilen. Man sei erneut an den Wal herangefahren um die Veränderungen zu erheben. Das Hautbild sei auffallend schlecht, zudem zeige der Wal weniger Aktivität, eine reduziertere Atemfrequenz und kaum Bewegungen. Er mache auch im Vergleich zum Sonnabend einen deutlich geschwächteren Eindruck.
12:24 Uhr
Backhaus: Niemand wurde ausgeschlossen
Bei einer Pressekonferenz in Wismar traten Einsatzkräfte und Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) Gerüchten entgegen, man habe Helfer von der Rettungsaktion ausgeschlossen. Konkret geht es um den Meeresbiologen und Influencer Robert Marc Lehmann. Dieser hatte schon bei den Hilfsaktionen in Niendorf in der Lübecker Bucht mitgewirkt. “Wir haben niemanden ausgeschlossen und nachdem, was ich höre und im Netz gesehen habe, habe ich mich entschlossen, ein persönliches Gespräch mit ihm zu führen. Wir suchen die Kooperation”, so Backhaus. Nichtsdestotrotz wolle er unterstreichen, dass für Mecklenburg-Vorpommern die vertragliche Kooperation mit dem Meereskundemuseum in Stralsund bestehe. “Alle haben eine hervorragende Arbeit geleistet”, so Backhaus.
11:49 Uhr
NDR Reporterin berichtet von vor Ort
Der Buckelwal befindet sich relativ dicht an der Fahrrinne für Schiffe. NDR Reporterin Franziska Haenlein berichtet von der Seebrücke Wendorf: “Vorhin ist hier auch ein Frachter vorbeigekommen und auch das bereitet dem Tier zusätzlichen Stress. Denn es ist einfach sehr laut unter Wasser.”
Video:
Buckelwal in der Ostsee: Liegt er wieder auf einer Sandbank? (1 Min)
10:08 Uhr
Unterstützung von Greenpeace
Expertinnen und Experten der Umweltschutz-Organisation Greenpeace, des Deutschen Meeresmuseums und des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung planen, mit einem Schlauchboot in Richtung Wal zu fahren. Falls der Meeressäuger feststeckt, wollen sie ihn befreien. Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack: “Der Wal muss jetzt sehr schnell frei kommen, damit er überhaupt noch eine Chance hat.” Die tiefe Fahrwasserrinne sei nicht weit. Das Tier sei aber sehr geschwächt, seine Haut “extrem angegriffen”.
08:46 Uhr
Polizei fährt zum Wal
Das Boot “Uecker” der Wasserschutzpolizei nähert sich dem Buckelwal.
08:32 Uhr
Vom Festland aus zu sehen

Ob der Buckelwal vor Redentin schwimmt oder gestrandet ist, ist noch unklar.
Der Buckelwal ist von der Seebrücke Bad Wendorf aus zu sehen.
07:38 Uhr
Wal wurde gesichtet
Nicht weit von der Sandbank, auf der er gestern gestrandet ist, ist der Buckelwal gesichtet worden. Die Wasserschutzpolizei, Greenpeace und Experten des Meeresmuseums Stralsund sondieren derzeit die Lage. Sie wollen zunächst feststellen, ob der Wal vor Redentin schwimmt oder erneut gestrandet ist. Zudem wollen sie untersuchen, in welchem Zustand das Tier ist.
07:02 Uhr
Wal schwimmt wahrscheinlich Richtung Osten
Bisher geht man im Umweltministerium davon aus, dass der Wal Richtung Osten unterwegs ist. Das entspreche dem bisherigen Bewegungsmuster des Tieres. Für den Weg zurück in die Nordsee und in den Atlantik müsste er allerdings gen Norden schwimmen.
06:34 Uhr
Zwei Boote werden bereit gemacht
Die Wasserschutzpolizei macht sich bereit und will jeweils ein Boot aus Wismar und eines aus Rostock losschicken.
06:30 Uhr
Buckelwal wieder frei
Mit dem steigenden Wasserstand in der Nacht hat sich der Buckelwal von der Sandbank vor der Insel Walfisch befreit, wie die Wasserschutzpolizei bestätigte. Ein Polizeiboot sowie die Küstenwache haben aber den Sichtkontakt verloren.
28.03.2026 19:59 Uhr
Liveticker wird am Sonntag fortgesetzt
Wir beenden an dieser Stelle den Liveticker zum Buckelwal in der Wismarer Bucht. Am Sonntagmorgen setzen wir unsere Berichterstattung fort.
28.03.2026 19:27 Uhr
Backhaus: Mindestens 500 Meter Abstand halten
Am Sonntag könnte es neue Rettungsversuche für den gestrandeten Buckelwal geben. “Sollte das Tier sich bis morgen nicht befreit haben, werden die Fachleute vor Ort versuchen, den Wal sanft anzustupsen und in Richtung tieferes Wasser zu bewegen”, teilte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) mit. Er rief dazu auf, den Wal unbedingt in Ruhe zu lassen. Die Wasserschutzpolizei werde verhindern, dass sich Unbefugte dem Tier nähern. “Ich bitte erneut darum, solche Versuche zu unterlassen und den Wal mit mindestens 500 Metern Abstand zu passieren.”
Video:
Wieder auf einer Sandbank: Buckelwal vor Wismar gestrandet (3 Min)
28.03.2026 19:03 Uhr
Drohnen-Video zeigt Buckelwal auf der Sandbank
Greenpeace hatte am Sonnabend Drohnenaufnahmen des Buckelwals gemacht, die nicht nur die verletzte Haut zeigen, sondern auch die regelmäßigen Flossenbewegungen.
Video:
Drohnenaufnahmen zeigen den Buckelwal in der Wismarer Bucht (1 Min)
28.03.2026 17:54 Uhr
Meeresbiologe Thilo Maack: Wal klingt sehr klagend
Thilo Maack, Meeresbiologe bei Greenpeace, schilderte bei “NDR MV – Das Interview”, wie es dem Wal aus seiner Sicht geht. Demnach machte der Wal am Freitag einen besseren Eindruck, heute habe er “sehr viel vokalisiert, es klingt sehr klagend, die Laute, die er da von sich gibt – das ist nicht schön, wenn man da in der Nähe ist.” Auch die Oberhaut würde sich inzwischen ablösen. Für heute wolle man den Wal in Ruhe lassen und morgen bei Tagesanbruch versuchen, ihn zum Schwimmen zu animieren. Anders als in Niendorf soll in Wismar kein Bagger zum Einsatz kommen. Man wolle vielmehr die Tiefe des Wassers nutzen. Der Wal habe eine gute Chance rauszukommen, “aber er hat noch eine weite Reise vor sich”, so Maack.
Video:
Wal in der Wismarer Bucht: “Die Laute, die er von sich gibt, sind sehr klagend” (4 Min)
28.03.2026 17:17 Uhr
“Man sieht, dass er da aktiv weg möchte”
Meeresbiologin Lisa Klemens vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund und ihre Kollegen haben sich vor Ort einen Eindruck von dem Tier verschafft: “Man sieht die deutlichen Hautveränderungen, aber er bewegt sich, er atmet und er vokalisiert und macht Bewegungen mit der Fluke, also der Hinterflosse, und scheint noch agil zu sein.” Warum sich der Wal wieder auf eine Sandbank begeben hat, sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch reine Spekulation. Aber es sei wahrscheinlich, dass er dort aus Versehen hingeraten ist. “Denn man sieht, dass er da aktiv weg möchte, er liegt dort nicht gerne.” Buckelwale kennen sich mit Küstengewässern nicht so gut aus, weil ihr Lebensraum das offene Meer ist, so Klemens. Das Tier sei wahrscheinlich durch den Stress der vergangenen Tage desorientiert.
28.03.2026 17:07 Uhr
Experten: Dem Wal geht es aktuell schlecht
Aufgrund des Wetters hat Greenpeace den Einsatz inzwischen abgebrochen. Außerdem wolle man weiteren Stress für das Tier vermeiden und hofft auf seine eigenständige Befreiuung. Die Wasserschutzpolizei bleibt aber über Nacht vor Ort. Zum einen, um die Lage weiterhin zu beobachten und zum anderen, um Schaulustige davon abzuhalten, sich dem Tier zu nähern. In der Zwischenzeit hatten sich nämlich einige Boote in die Nähe des Wals begeben. Experten gehen außerdem davon aus, dass es dem Tier aktuell sehr schlecht geht und dass er auch Hunger hat. Noch sei der Wal nicht unterernährt, das könne sich aber schnell ändern.
Video:
Befreiter Buckelwal erneut gestrandet (2 Min)
28.03.2026 17:01 Uhr
Hoffnung, dass der Buckelwal sich alleine befreien kann
Die Behörden, Tierschutz- und Hilfsorganisationen sondieren vor Ort gemeinsam das weitere Vorgehen, berichtet NDR Reporter Marek Walde am Nachmittag bei tagesschau24. Die Sandbank ist nicht so flach wie die in der Lübecker Bucht. Die Hoffnung sei, dass sich das Tier aus eigener Kraft dort befreien könnte. Unmittelbar neben der Sandbank ist laut Umweltministerium MV eine etwas tiefere Rinne. Dort könnte er entweder allein oder mit etwas Hilfe leichter in tieferes Gewässer gelangen. Eskort-Boote stünden bereit, um das Tier im Zweifelsfall begleiten zu können.
28.03.2026 16:22 Uhr
Der Wal vor der Insel Walfisch

Die kleine unbewohnte Vogelschutzinsel Walfisch in der Wismarbucht.
Der Buckelwal liegt vor einer kleinen Vogelschutzinsel fest, die passenderweise auch “Walfisch” heißt. Die Insel ist bei Ornithologen besonders bekannt. Dort gibt es viele bodenbrütende Vögel, wie etwa Möwen, Sandregenpfeifer oder Austernfischer. Hunderte verschiedene Arten brüten dort jedes Jahr. Die Insel ist unbewohnt und wird von ehrenamtlichen Vogelschützern betreut. Privatpersonen dürfen die Insel nicht betreten, da sie sowie die rundherum liegenden Flachwasserbereiche ein 80 Hektar großes Naturschutzgebiet bilden.
28.03.2026 16:17 Uhr
Greenpeace macht Aufnahmen mit Drohne

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat den Wal per Luftaufnahme festgehalten.
“Der Wal hat seit längerer Zeit seine Position im flachen Wasser der Wismarbucht nicht verändert”, sagte ein Ministeriumssprecher. Wissenschaftler näherten sich dem Tier in einem Schlauchboot, um seine Lage zu prüfen. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace machte zudem Aufnahmen mit einer Drohne.
28.03.2026 15:49 Uhr
Küstenwache und Hilfsorganisationen beraten sich
Der Wal liegt aktuell vor der Wismarer Bucht. Das Problem ist, dass das Wasser hier teilweise sehr flach ist, teils nur 30 Zentimeter tief. Es sind wieder Begleitboote bei ihm – von der Küstenwache und auch von Hilfsorganisationen. Die beraten sich jetzt miteinander, wie es weitergehen kann und ob der Wal wieder befreit werden kann. Ein Vertreter von Greenpeace hat dem NDR bestätigt, wenn der Wal, so wie er da jetzt liegt, dort liegen bleibt, wird er früher oder später sterben. Das ist das, was natürlich alle Beteiligten verhindern wollen.
Video:
Wal erneut gestrandet: Tier liegt in der Bucht vor Wismar fest (1 Min)
28.03.2026 15:45 Uhr
Einwohner halten nach dem Buckelwal Ausschau

Von Redentin an der Wismarbucht aus halten Einwohner mit Ferngläsern Ausschau nach dem Wal.
In Redentin, am Ostrand der Wismarer Bucht, halten Einwohner mit Ferngläsern Ausschau nach dem Wal. Die Wasserschutzpolizei bittet jedoch Privatpersonen mit Booten, Abstand zu halten und den Wal in Ruhe zu lassen.
28.03.2026 15:15 Uhr
Tier schwamm Freitagabend Richtung MV weiter
Bis zum Einbruch der Dunkelheit hatten am Freitag Helfer vor der Küste Schleswig-Holsteins den Wal begleitet, dann verlor sich seine Spur. Thilo Maack, Meeresbiologe bei der Umweltschutzorganisation Greenpeace, ist ebenfalls vor Ort in Wismar, nachdem sich zuvor eine Sichtung in Travemünde als Falschmeldung herausgestellt hatte.
Video:
Thilo Maack, Meeresbiologe Greenpeace, zur Suche nach Buckelwal in der Ostsee (7 Min)
28.03.2026 15:13 Uhr
Fragen rund um den Buckelwal
Große Wale sind in der Ostsee nicht heimisch, die Bedingungen sind für sie nicht geeignet. Ziel ist es weiterhin, das massige Tier in Richtung der Meerengen zwischen Deutschland und Dänemark zu lotsen, damit es den Weg zurück in Nordsee und Atlantik nimmt.
Buckelwale leben im Sommer meist im Nordatlantik bei Norwegen und Grönland, im Nordpazifik bei Alaska und im Südpolarmeer. Im Winter schwimmen sie gerne in tropische und subtropische Gewässer in der Karibik und der mexikanischen Pazifikküste. Hier paaren sie sich und bringen ihre Jungen zur Welt. Sie ernähren sich von Krill und kleinen Fischen. Pro Tag können sie eine Tonne Nahrung aufnehmen. Laut Experten können Buckelwale bis zu 30 Tonnen schwer werden. Bis zu 90 Jahren können sie alt werden.
Nach Angaben des Meeresbiologen Boris Culik, er führt ein eigenes Forschungsunternehmen in Heikendorf bei Kiel, verirren sich Buckelwale öfter, wenn sie Heringsschwärmen folgen, in die Ostsee. Auch Unterwasserlärm von Schiffen könne die Orientierung der Tiere beeinträchtigen, so dass sie sich “verschwimmen”, sagt Almut Neumeister vom Deutschen Meeresmuseum.
Laut Meeresbiologe Culik können viele Walstrandungen auch mit Sonnenstürmen zusammenhängen. Denn die stören den inneren Magnetkompass der Wale. “Das heißt, das Erdmagnetfeld ist als Koordinatensystem nicht so stabil wie zu Zeiten, in denen die Sonne eben ruhiger ist”, so Culik.
In der Ostsee gibt es nicht so viel Nahrung wie in der Nordsee. Die Fischkonzentration ist laut Meeresbiologe Culik deutlich geringer. Und: “Es gibt keine Artgenossen. Der Salzgehalt stimmt auch nicht.” Das belastet laut Greenpeace, Haut und Stoffwechsel der Säuger. Parasiten und Entzündungen können sich dann leicht auf der Haut der Buckelwale ausbreiten.
Buckelwale jedenfalls nicht. In der Ostsee sind nur Schweinswale heimisch, erklärt Almut Neumeister vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund. Sie sind mit etwa zwei Metern Länge kleiner als Artgenossen wie Buckelwale oder Pottwale. Geschätzt leben rund 200 Schweinswale in der zentralen Ostsee, in der Beltregion sind es einige Tausend.
Fachleute gehen davon aus, dass es sich um den Buckelwal handelt, der zuerst Anfang März vor Wismar und später in der Flensburger Förde und Lübecker Bucht gesichtet wurde. Messungen ergaben, dass der Wal recht groß ist: Er sei zwischen 12 und 15 Metern lang und wiege geschätzt rund 15 Tonnen, sagte Joseph Schnitzler vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW).
Es sei unklar, ob sich der Buckelwal erst in der Ostsee oder schon vorher in dem Netz verfangen habe, sagt Peter Dietze NDR Schleswig-Holstein. Er ist Fischer aus Niendorf und Vorstandsmitglied im Landesfischereiverband. An dem Morgen, als der Wal strandete, sei er mit seinem Kutter draußen gewesen. “Ich war so in 50 Meter Entfernung und habe gesehen, dass ein richtig dickes Seil um ihn herum war. Das sah aus wie eine Festmacherleine oder so. Das hat mit Stellnetzen nichts zu tun. Entweder das ist eine Leine vom Schleppnetz oder es könnte auch eine Ankerleine von einem Sportboot sein.”
Laut der Umweltschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) werden Schleppnetze, Stellnetze und Reusen in der Ostsee zum Fischfang eingesetzt. Seit den 1960er-Jahren bestehen diese nicht mehr aus abbaubaren Stoffen, sondern aus Plastik. Wenn Fischer Netze verlieren, brauchen diese laut WWF 400 bis 600 Jahre, bevor sie verrottet sind. “An Wracks oder als aufgestellte Stellnetze fischen sie als Geisternetze noch lange (…) sinnlos weiter”, so der WWF. In Europa ist die Entsorgung von Fischereigerät auf See verboten. Fischer müssen diese also eigentlich wieder einsammeln – und, wenn sie eines verloren haben, den genauen Verlustort melden. Fischer aus Schleswig-Holstein würden es deswegen eher vermeiden, dass sie Netze verlieren, sagt Peter Dietze vom Landesfischereiverband. Auch weil sie teuer seien. “Das sind einige Tausend Euro pro Strecke, die dann im Wasser bleiben würde. Das kann sich keiner mehr leisten”, sagt er. Er betont, dass auch dänische Fischer in Schleswig-Holsteinischen Gewässern unterwegs seien.

Nach seiner Befreiung in der Lübecker Bucht ist der verirrte Buckelwal mittlerweile in der Wismarbucht gestrandet.

Zuletzt wurde der Wal vor Mecklenburg-Vorpommern gesehen. Die Entwicklungen im Laufe des Freitags zum Nachlesen.

Der Meeresbiologe Robert Marc Lehmann hat sich am Donnerstag an den Strand in Niendorf begeben, um sich den Buckelwal genauer anzuschauen.